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Der 169. Band unseres historischen Jahrbuchs enthält unter anderem die Beiträge der Fachtagung "Die Zentralschweiz im Ersten Weltkrieg".

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Fach­tagung: Die Refor­mation und die Zen­tral­schweiz
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zuletzt geändert
17.01.2012

Rückblick Jahresversammlung 2006


Ort: Benediktinerinnenkloster Maria-Rickenbach, Niederrickenbach NW
Datum: Samstag, 2. September 2006

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Die Jahresversammlung 2006 in Maria-Rickenbach wurde vom Historischen Verein Nidwalden organisiert. Regierungsrat Paul Niederberger erwähnte in seiner Begrüssungsrede, dass das dortige Benediktinerinnenkloster 2007 den 150. Jahrestag seiner Gründung begehen kann.

Aus dem «Historischen Verein der Fünf Orte» wird der «Historische Verein Zentralschweiz»
«Fünf Orte» ist die alte Bezeichnung für die Zentralschweiz und meinte die eidgenössischen Orte Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern und Zug. Weil dieser Name heute nur noch Eingeweihten bekannt ist, schlug der Vorstand im Zeichen einer Statutenrevision neben weiteren Neuerung eine Namenänderung vor. Der Bruch mit der 163-jährigen Tradition fiel der Versammlung nicht leicht. Die Versammlung liess sich aber überzeugen, dass der neue Name den aktuellen Tätigkeiten des Vereins gerechter wird. Der Name betont die regionale Verankerung, denn die Region Zentralschweiz ist das Markenzeichen dieses historischen Vereins.
Die neuen Statuten regeln auch das Verhältnis zu den lokalen und kantonalen historischen Vereinen neu. Aus den ehemaligen Sektionen sind längst eigenständige Vereine geworden. Die neue Bezeichnung Partnervereine trägt nicht nur diesem Umstand Rechnung, sondern betont die funktionierende Zusammenarbeit der historischen Vereine.

Zwei neue Ehrenmitglieder
Nach einem zehnjährigen Unterbruch hat die Jahresversammlung zwei innovative Historiker als Ehrenmitglieder ausgezeichnet: Prof. Dr. Roger Sablonier und Dr. Hansjakob Achermann. Roger Sablonier, emeritierter Professor an der Universität Zürich, hat sich immer wieder mit Fragestellungen der Geschichte in der Zentralschweiz beschäftigt und wichtige Bücher und Artikel publiziert. Ebenso bedeutend ist, dass er die Zentralschweiz zu einem Forschungsthema an der Universität Zürich gemacht und viele Forschungsarbeiten aus dieser Region angeregt hat.
Hansjakob Achermann, der Nidwaldner Staatsarchivar, hat sich intensiv mit der Nidwaldner Geschichte auseinandergesetzt und historische Arbeiten veröffentlicht, die weit über Nidwalden hinausstrahlen. Dabei reicht der Rahmen vom Stanser Verkommnis über Nidwalden 1798 bis zu Älplergesellschaften und dem Kaiserjassen.

Fromme Betschwestern
Dem Benediktinerinnenkloster war das wissenschaftliche Referat von Dr. Marita Haller-Dirr gewidmet. Es trug den Titel «Arme Klosterfrauen auf dem einsamen Berg – Die Schwesternfamilie in ihren Anfängen». Vor dem allgemeinen politischen und religiösen Hintergrund der Schweiz im 19. Jahrhundert skizzierte die Referentin die Gründung des Benediktinerinnenklosters und das Wachstum in den ersten 50 Jahren. Das Kloster erlebte einen raschen Aufschwung, 1870 zählte es bereits 47 Nonnen, 1905 war der Bestand auf 63 angewachsen. Mehr Schwestern hätten kaum Platz gefunden, einige Nonnen waren auch nach Amerika ausgewandert und betätigten sich dort als Klostergründerinnen.
Die Finanzen bildeten ein ständiges und drängendes Problem. Auf ausgedehnten Bettelreisen sammelten ausgeschickte Schwestern Geld für ihr Kloster. Die schwierige finanzielle Lage hatte auch Auswirkungen auf den Speisezettel. Der fiel karg aus, in den ersten fünfzig Jahren war die Todesrate unter den Schwestern hoch. Viele Opfer forderte auch die Lungenschwindsucht. Besonderen Platz räumte die Referentin den beiden Gründerinnen, Vinzenzia Gretener und Gertrud Leupi, sowie ihrem geistlichen Beistand, Abt Anselm Villiger von Engelberg, ein.